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Degussa halten


27.05.2002
Sparkasse Bremen

Die Analysten der Sparkasse Bremen stufen die Aktien von Degussa (WKN 542190) mit "halten" ein.

Das Spezialchemie-Konglomerat sei durch die Fusion von Degussa, Hüls, SKW Trostberg und Goldschmidt entstanden. Da die "alte" Degussa in diesem Zusammenschluss das größte Unternehmen darstelle, sei sie zum Namensgeber für die Gesamtgruppe worden.


Der Bergbau und Energie-Konzern RAG (ehemals Ruhrkohle) beabsichtige die Übernahme der Mehrheit an Degussa. Zu diesem Zweck sollten mittels eines öffentlichen Übernahmeangebotes (38,- Euro je Aktie) zunächst 30% der Degussa-Aktien auf RAG übergehen. Anschließend solle die Beteiligung an Degussa durch die Übernahme von Aktien aus dem Besitz der E.ON auf 50,1% aufgestockt werden. Im Gegenzug solle u.a. die Ruhrgasbeteiligung der RAG an E.ON übertragen werden. Ob dieser Ringtausch realisiert werden könne, sei aber z.Zt. noch ungewiss. Neben dem Bundeskartellamt, das bereits ein Veto eingelegt habe, habe sich auch die Monopolkommission gegen die Transaktion ausgesprochen. Die Übernahme könne deshalb nur durch eine Sondergenehmigung der Regierung (Ministererlaubnis) Zustande kommen.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres habe Degussa nur eine leichte Ergebnissteigerung vermelden können. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei um 2% auf 190 Mio. Euro gestiegen. Der Konzerngewinn sei auf 6 Mio. Euro gefallen, nach 117 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Dabei sei zu berücksichtigen, dass im Berichtszeitraum an Stelle einer Steuerrückzahlung (wie im Vorjahr) eine Steuerzahlung von 26 Mio. Euro angefallen sei. Außerdem seien im Rahmen der neuen Strategie Randaktivitäten aufgegeben worden, deren Ergebnisbeitrag im ersten Quartal weggefallen sei. Der Umsatz im Kerngeschäft habe um 3% auf 2,7 Mrd. Euro zulegen können. Degussa habe die Erwartung bekräftigt, dass eine konjunkturelle Belebung frühestens im zweiten Halbjahr einsetzen werde.

Degussa habe sich in der Rezession im vergangenen Jahr gut behauptet. Das erste Quartal 2002 sei aufgrund verschiedener Sondereffekte nur schwer mit dem entsprechendem Vorjahreszeitraum vergleichbar. Das Unternehmen dürfte mittelfristig von der Fokussierung auf Spezialchemie und der erwarteten Konjunkturerholung profitieren. Noch sei unklar, ob E.ON und RAG die für die geplante Transaktion notwendige Sondererlaubnis bekämen.

Die Analysten der Sparkasse Bremen setzen die Degussa-Aktie zunächst auf "halten".




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